Verantwortung übernehmen – und daran wachsen
Ein Blick zurück auf ein besonderes Projekt im 10. Jahrgang der IGS Linden
Wenn man Jugendliche fragt, was „Verantwortung“ bedeutet, bekommt man oft kluge Antworten. Wenn man sie jedoch Verantwortung leben lässt, bekommt man erlebte Geschichten. Genau darum ging es in unserem Projekt „Verantwortung“ – und genau diese Geschichten sind es, die dieses Halbjahr geprägt haben.
Das Projekt war bewusst klar strukturiert und zugleich offen genug, um eigene Wege zuzulassen. Es bestand aus drei Phasen: Planung, Durchführung und Reflexion. Klingt nüchtern – war es aber ganz und gar nicht.
Planen: Von der Idee zur Entscheidung
Am Anfang stand die Frage: Wie kann ich Verantwortung übernehmen, die über das derzeitige Maß hinausgeht? In der Familie, in der Hausgemeinschaft, im Stadtteil … Im Logbuch hielten die Schüler*innen ihre Ideen fest, verwarfen sie wieder, änderten sie – und entschieden sich schließlich für ein Projekt, das zu ihnen passte.
So entstanden sehr unterschiedliche Vorhaben: Spielangebote in Pflegeheimen, Pflege niedersächsischer Moore, Hilfe bei der Tafel Linden, Förderangebote in Kindergärten, Pausenangebote für Fünftklässler an unserer Schule, Mitarbeit in der elterlichen Firma sowie Schülerfirmen mit sozialem Fokus und viele interessante Projekte mehr.
Durchführen: Dranbleiben, auch wenn es anstrengend wird
Die zweite Phase war die längste – und die ehrlichste. Woche für Woche zwischen den Herbsferien und Weihnachten wurde gearbeitet, dokumentiert und reflektiert. Nicht alles lief reibungslos. Genau hier lag der Kern des Projekts: Verantwortung zeigt sich nicht im perfekten Plan, sondern im Weitermachen.
Besonders eindrucksvoll war neben vielen anderen auch das Engagement einzelner Schüler*innen, die ihre Arbeit mit Spenden verbanden – etwa für den Sudan oder für das Kinderheim Limmer, aber auch für Menschen ohne Obdach oder Tiere.
Der große Abschluss: Bühne frei für Verantwortung
Den Höhepunkt bildete das Jahrgangsforum in der Aula. Ausgewählte Projekte aus allen Klassen wurden auf der Bühne vor der Jahrgangsgemeinschaft präsentiert – souverän, kreativ, manchmal nervös, oft sehr stolz. Eine Online-Abstimmung ergänzte die Präsentationen und verlieh den Projekten zusätzliche Aufmerksamkeit.
Hervorzuheben ist Jamal aus der Klasse 10A, der mit einer eigenen Schülerfirma T-Shirts drucken und besticken ließ, Verkauf und Abrechnung organisierte und 20 % der Einnahmen an die Sudanhilfe von Unicef spendete. Laut Jahrgangsgemeinschaft das bemerkenswerteste Projekt.
Was bleibt?
Am Ende stand nicht einfach ein Haken hinter dem Projekt, sondern die Frage: Was habe ich gelernt? In den Logbüchern der einzelnen Projekte wurde sichtbar, dass viele Schüler*innen mehr über sich erfuhren als erwartet – über Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen und den Wert des eigenen Engagements.
Das Projekt Verantwortung war kein “nettes Extra” im Abschlussjahr, sondern ein Lernfeld fürs Leben.
Nip