Integrierte Gesamtschule Hannover-Linden

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Albatros

Die aktuelle Betriebszeitung "Lindener Tageblatt" (2010) finden Sie hier für den 1.Tag, den 2.Tag, den 3.Tag und den 4.Tag des Projektes.

Informationen zum Projekt finden Sie in der Albatros Tageszeitung.

Schauen Sie auch in unsere Fotogalerie.

Einen HAZ-Artikel (2008) unter der Überschrift "Besser als langweiliger Unterricht" finden sie hier.

 

STADT-ANZEIGER WEST vom 10.03.2005

Schüler proben den Betriebsalltag

von Kristina Bedijs

Schon im Foyer der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden hängen Werbeplakate, und an einem Verkaufsstand preisen einige Schüler selbst produzierte Postkartenhalter, so genannte „Card-Keeper“, für 6,99 Euro an. Doch diese Jugendlichen stellten sich zwei Wochen lang nicht als Schüler vor, sondern als Angestellte der Vertriebsabteilung der Albatros AG. An der albatrosIGS Linden simulieren die Schüler des 8. Jahrgangs alljährlich die Produktion in einem Betrieb. Wie in einem Schulpraktikum arbeiten sie zwei Wochen lang in einem bestimmten Beruf – nur dass der Betrieb sich direkt in der Schule befindet.

In der Albatros AG gibt es alles, was ein echtes Unternehmen hat: vom Sicherheitsdienst, der die Werksausweise der Angestellen überprüft, bis zur Personalabteilung, die das Gehalt in „Linden-Euro“ auszahlt und für Beförderungen sowie Ermahnungen für Unpünktlichkeit verantwortlich ist. Natürlich gibt es auch eine Produktionsabteilung, wo die Card-Keeper hergestellt werden. Außerdem hat die Albatros AG ein Lager, eine Werksküche, eine tagesaktuelle Zeitung und eine Betriebsleitung. Direktionsassistentin Laura Schäfer, gerade einmal 14 Jahre alt, führt Besucher durch den Betrieb und erklärt die Abteilungen.

In der Werkstatt herrscht Stress: „Die letzte Schicht hat nicht genügend Card-Keeper produziert“, sagt die 13-jährige Produktionsangestellte Merle Westphal, während sie eine Schnur durch die Plastikstäbe zieht und verknotet. „Unser Ziel von 400 Stück werden wir aber erreichen“, glaubt „Frau Schäfer“, die wie alle anderen Angestellten in der Albatros AG gesiezt wird – genauso wie die Abteilungsleiter, die normalerweise Lehrer aus dem 8. Jahrgang sind.

Die fertigen Produkte werden in der Schule verkauft, aber auch am Lindener Markt, in den umliegenden Geschäften und beim Metro-Großmarkt, zusammen mit der Firma Continental einer der beiden Partner der Gesamtschule beim Albatros-Projekt. Christoph Walther, Schulleiter der IGS und Albatros-Direktor, erklärt die Finanzierung des Betriebs: „Die Eltern haben für zehn Euro Albatros-Aktien gekauft. Wenn wir kostendeckend arbeiten, wird das Startkapital zurückgezahlt.“ Das wird wohl gelingen, denn das Material für die Card-Keeper haben zum größten Teil die Firmen Metro und Continental gespendet – Geld braucht hauptsächlich die Küche.

Dort geht auch „Frau Schäfer“ mittags hin, um von ihrem Gehalt Pizza, Chili con Carne, Salat oder Kuchen zu kaufen. Hinterher wird sie eine Belobigung für Hussein Mohamad ausstellen, einen 14-jährigen Produktionsangestellten, der besonders eifrig arbeitet und für eine Verbesserungsidee eine Gehaltserhöhung bekommen soll. Doch jetzt hat auch die Direktionsassistentin erst mal Mittagspause – und Laura Schäfer genehmigt sich ein Stück Kuchen.